Dramatische Niederlage und wahrer Sportsgeist
In der dritten Runde trug sich gleich zu Beginn der Partie zwischen Dieter Annies und Johnny van Geffen (NL, Weltmeister 1999) folgendes zu:
Dieter ermittelt einen Hauptmann, der unter Johnnys Kommando für Oranje kämpft. Dieter macht dem blauen Hauptmann mit einem seiner roten Türmchen den Garaus. Wie üblich nennt Dieter beim Füsilieren der gegnerischen Figur den eigenen Rang: "Major".
Dieter Annies und Johnny van Geffen während der fünfminütigen Aufbauzeit
Der angegriffene Johnny verfiel dann wohl in hektisches Figuren hin- und herrochieren - anscheinend hätte der Major sonst die eine oder andere Lusche wegrasieren können.
Im Zuge des Manövrierens hat Johhny dann etwas Ranghöheres von weiter weg einfliegen lassen - einen Oberst von seiner Westfront. Der Oberst attackiert schließlich den Major - und "lass Disch überrrraschen, schnäll kann es geschäin" - der Major ist kein Major. Es ist der Feldmarschall.
Da entstand natürlich erstmal ein "Hallo" am Spieltisch - der Schiri wurde gerufen. Eine vertrackte Situation. Den Oberst - fairerweise zurückgeben? "Nein, das ging nicht" erläutert Dieter Annies "wir hatten, nachdem ich 'Major' gesagt hatte, beide schon viele Figuren bewegt... die Spielsituation bis zur falschen Ansage war schon zu weit vorangeschritten."
Was sagt denn die Regel zu solch einer vertrackten Situation: "Ganz klar" analysierte später Dieter Krapp (Präsident von Stratego Deutschland): "Du bist als geschlagener Gegner selbst verpflichtet, den Rang der Figur durch Umdrehen des Türmchens zu überprüfen." "Natürlich" erläutert der ranghöchste deutsche Stratege weiter, "natürlich darf man grds. nicht absichtlich beim Schlagen einen falschen Rang nennen." "Aber", fährt Krapp fort, "was ist denn, wenn du den richtigen Rang nennst und dein Gegner versteht es falsch? Dann ist das Gezanke da. Insofern ergibt die Regel Sinn, du bist dafür verantwortlich, dass du den korrekten Rang deines Gegners kennst".

Dieter Annies, der Unglücksrabe, der sich im Eifer des Gefechts versprochen hatte, tat indes das, was von wahrem Fairplay zeugt: Er schob sofort seine Figuren zusammen und gab auf. Trotz dieser Niederlage errang Dieter noch einen Podestplatz: Der Pokal für den dritten Platz steht jetzt neben vielen anderen Pokalen... unter anderem neben dem Pokal für einen 2008 ungeschlagenen Deutschen Meister namens Dieter Annies.
Entspannte Holländer schauen zum ersten Mal in die Röhre
Unsere beiden besten und einzigen Holländer sitzen hier ganz entspannt in der Lounge der "Ouzerie".
Möglicherweise zu entspannt: Bei einer Tasse Ouzo vertraute der Buchautor (s. u.) Johnny van Geffen später einem Thüringer Strategen an, sie beide (Wim Sikteoeboen und er, Johnny) seien noch nie ohne einen Turniersieg heimgefahren.
Johnny errang Platz 10, Wim Platz 5.
Tschechien gegen Holland
Im Länderkampf Tschechien gegen Holland kommt es in Runde 4 zu einem Remis. Das Remis in Runde 4 bleibt Martins "schlechtestes" Ergebnis - alle anderen Gegner schickt er mit nur einem Punkt vom Feld. "Cin cin" (zitiert nach Hugo Egon Balders berühmter Kultursendung).
Gut, jetzt haben wir verraten, dass Martin ungeschlagen blieb: du ahnst es, lieber Internet-Junkie: Martin gewinnt das Turnier. Er scheint ein Serien-Sieger zu werden. First he took Berlin now Hanover. Als nächstes Manhatten?
Alle Sieger von links nach rechts:
Ruben Trittin (bester Platz 2 der Junioren), Michael Kurth, (weltbester Neueinsteiger), Eberhard Pausch (bester Niedersachse), Dieter Krapp (zweitbester Platz 2), Dieter Annies (der oberfair erspielte Platz 3), Simon Quinn (konzentriertester Junior, Mama-vom-Brett-Vertreiber und Platz 1 der Junioren), Martin Ehrenberger (der Mann, der "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" geschrieben haben könnte und verdientermaßen zum x-ten Male den ersten Platz machte).
Die Thüringer Strategen gratulieren allen Siegern! Wir bedanken uns bei den Gastgebern und Ausrichtern sowie den Organisatoren des Turniers, nicht zuletzt auch beim "bikewolf", der die schönen Pokale ausgesucht und besorgt hat!
Die Ergebnisliste (Um auf die Kleier-Original-super-power-special-double-feature--Weltrangliste zu gelangen, einfach die
Liste anklicken!)
JvG (Johnny van Geffen) stellte sein Buch vor, welches er nach seinem
Weltmeistertitel (1999) geschrieben hatte.
Wer eines der letzten Exemplare erwerben möchte (es kostet 12,-- Euro und ist teilweise in Holländisch / teilweise in Deutsch geschrieben), meldet sich gerne bei den Thüringer Strategen (wir stellen
den Kontakt zu Johnny her).
Turnierausklang
Wim, Finn, Johnny, Olaf und Yasenya (an der Kamera) genossen einen bunten Abend im "Kreta"