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Neues Deutschland vom 03.09.2011

hier geht es zur Online-Ausgabe des Interviews vom 03.09.11 

 
IM DEMOKRATISCHEN GEIST DER FAHNE HINTERHER
Rote und blaue Türme reihen sich auf einem Geländeplan, dazwischen zwei Seen, die Raum für drei schmale Passagen von hüben nach drüben lassen. Die Ausgangslage von Stratego, einem Spiel, dessen Prototyp ein Franzose namens Hermance Edan im Jahr 1909 entwickelt hat. Bis heute ist der Neoklassiker weltweit über 40 Millionen Mal verkauft worden.
Der Clou am Duell für coole Planer mit Hang zum Zocken: Die Fahne des Gegners muss erobert werden, aber von ihrer jeweiligen Brettseite aus sehen die Gegner nicht, wo das gute Stück steht und wie sich die Verteidiger formiert haben. Weil ein Stein seine Funktion und Schlagkraft allein auf der verdeckten Rückseite verrät, die Frontseite ist unifarben.
Thüringens Kapitale Erfurt entwickelt sich neuerdings zur Hochburg des Stratego-Sports hierzulande. Treibende Kraft ist Olaf Trittin: der 44-jährige Fachlehrer bei einer Krankenkasse (die zufällige Namensgleichheit ist die einzige Verbindung zu einem Bundespolitiker der Grünen) räumt mit seinen Söhnen Robert (24) und Ruben (14) auf Turnieren ab. Der Jüngste im Familien-Trio hat gerade den zweiten Platz belegt in der Juniorenklasse während der WM 2011 im englischen Newcastle. Im Gespräch mit dem Hamburger Autor René Gralla erläutert der frisch gebackene Vizeweltmeister Ruben, was der Kick ist an Stratego.
 
 
 
RENÉ GRALLA: Die meisten Jugendlichen in Ihrem Alter daddeln am Computer.
RUBEN TRITTIN: Mein Vater hat mir Stratego gezeigt, und das hat mir sofort Spaß gemacht. Dann bin ich kurz darauf zu einem Wettbewerb nach Berlin gefahren - und habe Blut geleckt. Jeder kann nämlich jeden besiegen. Es ist eben nicht so, dass die Leute, die sehr gut spielen, regelmäßig alle Partien gewinnen. Hier habe ich auch als Außenseiter eine echte Chance.
RG: Woran liegt dieser quasi demokratische Charakter von Stratego?
RUBEN TRITTIN: Zu Beginn eines Matches weiß schließlich keiner, wie der andere seine Einheiten aufgestellt hat, den Feldmarschall und die Fahne, die Offiziere, Bombenentschärfer und Aufklärer. Das gibt mir die Chance, auch Leute mit besserem Rating auszutricksen.
RG: Das klingt trotzdem ziemlich kompliziert. Wenn sich die Figuren des Spielpartners aus meiner Sicht optisch nicht unterscheiden: Wie soll ich die Fahne aufspüren, um die sich alles dreht?
RUBEN TRITTIN: Theoretisch kann die Fahne an jeden beliebigen Punkt gebracht worden sein, klar. In der Praxis haben sich allerdings bestimmte Methoden durchgesetzt, die den Schutz der Fahne optimieren - zum Beispiel mit einem Verteidigungsring aus Sprengsätzen- , und das kann ich rauskriegen, wenn ich Aufklärer nach vorne schicke.
RG: Und die müssen sich notfalls opfern auf feindlichem Terrain?!
 
 
RUBEN TRITTIN: Das passiert. Andererseits können die Aufklärer mehrere Felder pro Zug überwinden - im Gegensatz zu den übrigen Einheiten, die jeweils nur einen Schritt senkrecht oder waagerecht vorankommen - , und das gibt ihnen eine Chance.
RG: Aber sobald die Aufklärer auf einen stärkeren Stein treffen, ist ihre Mission beendet?
RUBEN TRITTIN: Das ist das allgemeine Prinzip, ein Duell gewinnt stets die ranghöhere Figur. Sind zwei Steine gleich stark, fliegen beide vom Platz.
RG: Das erinnert ein bisschen an Memory. Rumprobieren und Strukturen einprägen und nicht gleich wieder alles vergessen. Eine heftige Herausforderung bei zweimal 40 Steinen auf 100 Feldern!
RUBEN TRITTIN: Ein gutes Gedächtnis ist auf jeden Fall nicht schlecht. Ansonsten gibt es ein paar Kniffe: Habe ich einen Offizier geortet, versuche ich mir seinen Standort zu merken, als Aufhänger für andere Truppenteile. Und wiederhole die Konstellation ständig im Kopf.
RG: Sie sind in diesem Jahr bei der WM in England gestartet und auf Anhieb Vizeweltmeister der Junioren geworden. Respekt!
RUBEN TRITTIN: Das hat Spaß gemacht, logisch. Die internationale Atmosphäre, die war super, ein richtiges Abenteuer.
RG: Und den WM-Titel haben Sie auch schon im Visier?
RUBEN TRITTIN: Als Fernziel vielleicht, das kann ich mir vorstellen. Aber das wird noch dauern, weil ich künftig bei den Erwachsenen antrete. Und in dieser Klasse muss ich erst einmal ein deutlich höheres Niveau erreichen, bevor ich an die Weltmeisterschaft denke.
RG: Wie wird man ein Stratego-Champ?
RUBEN TRITTIN: Bluffen ist wichtig. Entschlossen auch mit schwächeren Figuren angreifen, viele werden dann aus Angst zurückweichen. Schließlich weiß der Verteidiger oft nicht, was auf ihn zurollt - es sei denn, seine Aufklärer haben vorher alles enttarnt.
RG: Sie sind eine richtige Strategen-Familie. Vorneweg der Vater, aber auch Ihr Bruder Robert ist ein Fan. Und die Mutter?
RUBEN TRITTIN: Sie interessiert sich nicht wirklich dafür. Und um ehrlich zu sein, sie ist wohl eher genervt, wenn wir drei wieder am Brett sitzen.
RG: Demnächst fahren Sie zum Pfälzer Open nach Mutterstadt. Was steuern Sie an?
RUBEN TRITTIN: Die Top 3 bis Top 2.
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Nächstes Stratego-Turnier: 2. Pfälzer Open am Sonnabend, 17.9.2011 in Mutterstadt bei Ludwigshafen, Gaststätte "Hundehütte", Meldeschluss: 10.30 Uhr; Stratego spielen in Erfurt und Umgebung: http://thueringer-strategen.de (auf dieser Website finden sich auch Regeln und Hinweise zur Strategie)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  
Strategoturniere in der Presse
Regelmäßig stehen die Turniere in der lokalen Presse -
 
Mittelhessen-TV
Gießener Allgemeine und Wetterauer Zeitung
 
Link zu Gießener-Allgemeine.de vom 28.09.2010
Ein Neu-Gießener  ;-)   macht Werbung für Stratego
 
 
Münsterland open 2009
Die Vorankündigung
Abdruck mit freundlicher Genehmigung "Die Glocke" 2. Oktober 2009
 
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Der Spielbericht in "Die Glocke" 06.10.2009
Abdruck mit freundlicher Genehmigung "Die Glocke" Oktober 2009
 
Der Spielbericht in "Westfälische Nachrichten" 06.10.2009
Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Aschendorff Medien GmbH & Co KG, Münster
 
Breiholz open 2010